Dojo-Regeln und Etikette

Das Dojo ist ein Ort der Ruhe und Konzentration. Höflichkeit und Respekt stehen an erster Stelle.

Grundregeln

  • Die Tatami (Matten) nicht mit Strassenschuhen betreten.
  • Wer nicht trainiert, hält sich von der Klasse fern und stört die Teilnehmenden nicht.
  • Trägerinnen und Träger des Schwarzgurts bemühen sich besonders, ein gutes Beispiel zu sein.
  • Finger- und Fussnägel kurz schneiden, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Jeder Mensch lernt auf seine eigene Art. Wichtig ist nicht, wie schnell jemand Fortschritte macht, sondern dass Fortschritte gemacht werden.

Kleiderordnung

Gi
schlicht und weiss mit schwarzem Motoha-Yoshin-Ryu-Kanji, dazu schwarze Hosen
Hakama
schwarze Hakama ab dem 1. Kyu; alle anderen tragen Hosen
Tabi
dürfen von allen getragen werden; keine Socken
Obi
mindestens 3,10 m lang – er dient auch zum Üben der Erste-Hilfe- und Fesseltechniken
Schülergrade
farbiger Baumwollgurt je nach Rang (in Japan tragen alle bis zum Schwarzgurt einen weissen Gurt)
Dan-Grade
schwarzer Baumwollgurt; der Name kann in Kanji rot eingestickt werden
Gäste
wer keine Dan-Prüfung in der Motoha Yoshin Ryu bestanden hat, trägt bei Gasttrainings aus Respekt einen weissen Gurt

Vor dem Unterricht

  • Mobiltelefone aus- oder stummschalten.
  • Beim Betreten des Dojo mit einer Verneigung Richtung Shomen grüssen.
  • Ringe, Ketten, Uhren und anderen Schmuck ablegen.
  • Pünktlich zum Reiho bereit sein. Wer zu spät kommt, führt den Reiho am Mattenrand durch, wärmt sich selbständig auf und bittet den Sensei um Erlaubnis, am Unterricht teilzunehmen.

Trainingsbeginn

Seiretsu
in einer Reihe aufstellen
Seiza
knien, hinsetzen
Shomen ni rei
Verbeugung zur Stirnseite (Shomen) – nur in Anwesenheit eines Shoden mit Motoha-Yoshin-Ryu-Flagge (Hata) bzw. hölzerner Dojo-Plakette
Sensei ni rei
der Sensei dreht sich um, Verbeugung zum Sensei mit «onegai shimasu», der höflichen Bitte, lernen zu dürfen
Otagai ni rei
gegenseitige Verbeugung
Kiritsu
aufstehen

In der Motoha Yoshin Ryu wird immer der neutrale Begriff «Shomen» verwendet, nicht der religiös geprägte Begriff «Shinzen».

Während und nach dem Unterricht

Das Wort des Sensei ist für alle verbindlich. Während des Trainings wird möglichst wenig gesprochen – und wenn, dann nur über die Übungen. Persönliche Fragen klärst Du nach dem Training. Das Dojo wird nur mit Erlaubnis des Sensei verlassen.

Am Ende setzen sich alle wieder in einer Reihe Richtung Shomen. Nach der Verbeugung zum Shomen verbeugen sich Lehrer und Schüler gegeneinander, die Schüler bedanken sich mit «domo arigato gozaimashita».

Anrede und Kommunikation

Die wichtigsten Regeln sind Höflichkeit und Respekt. «Verzeihung» heisst «Sumimasen». Fragen stellst Du nur, wenn sie den Unterricht nicht unterbrechen, eingeleitet mit «Sumimasen Sensei». Nach einer Korrektur oder am Ende des Unterrichts bedankst Du Dich mit «Arigato gozaimashita».

Die unterrichtende Person wird mit «Sensei» angesprochen, alle anderen mit dem Namen. Es geht nicht um autoritäres Verhalten, sondern um gute Umgangsformen. Aggression und Grobheit sind tabu.

Sempai und Kohai

Ältere (Sempai) und Jüngere (Kohai) haben in der japanischen Kultur ein besonderes Verhältnis – Macht wird dabei nicht betont oder ausgeübt. Der Kohai will vom Sempai lernen und spiegelt dessen Verhalten. Korrigiert der Sempai den Kohai nicht, ist das sein Fehler; umgekehrt ist es die Pflicht des Kohai, zu lernen.

Wie Soke sagte: Die meisten Probleme entstehen, wenn Menschen versuchen, Macht und Kontrolle über andere zu gewinnen. Training ist wichtiger als Reden – und als Sempai gehst Du mit gutem Beispiel voran.